Die Werkserie "Kerbholz" umfasst Ölmalereien auf synthetischem Polyesterstoff, Radierungen und Drucke sowie bearbeitete Zinkplatten mit Ätzungen, Wachs und Pigment.
Die Arbeiten setzen sich mit dem ideologisch aufgeladenen Begriff des „Deutschen Waldes" auseinander und fragen danach, wer diesen Wald bewohnt und für wen er beansprucht wird. Im Zentrum stehen Wesen, die in diesem Wald aufgewachsen sind und leben, eine Perspektive, die Kindlichkeit als Antithese zum Faschismus setzt. Die Arbeiten thematisieren die Vereinnahmung des Waldes durch völkische und faschistische Ästhetik von NS Filmen wie „Ewige Wald" bis hin zu gegenwärtigen rechten TikToks mit Parolen wie "Embrace nature, reject modernity". Bereits in der NS Zeit wurde der Wald zum Forst und Nutzwald umdefiniert, was die Arbeiten kritisch aufgreifen. Die Ölmalereien auf synthetischem Stoff hinterfragen die Künstlichkeit des Naturbegriffs, Kindheitsmotive lösen sich im Malprozess auf. Die Drucke und Zinkplattenarbeiten greifen Motive und Textfragmente auf, die geätzt, mit Farbe eingerieben und mit Wachs übermalt werden.
Die Ausstellung verweist zugleich auf gegenwärtige Konflikte um den Wald als Wirtschaftsgut. Der jährliche Holzeinschlag in Deutschland liegt bei rund 56 Millionen Kubikmetern, fast die Hälfte der Waldfläche befindet sich im Besitz von etwa zwei Millionen privaten Eigentümerinnen und Eigentümern. Naturinteressen und Eigentumsrechte stehen hier oft im Spannungsverhältnis, ein Konflikt, der in den Arbeiten von Max Graf ebenso mitschwingt wie die Frage, wem der Wald eigentlich gehört und für wen er geschützt werden soll.


















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